Die Geschichte der Feuerwehr Jebenhausen  (aus der Festschrift 1981)

Von G. Jooss



Im Dezember 1880 entwarf der Gemeinderat die erste Feuerwehrordnung, in der die Einführung einer "Pflicht-Feuerwehr" in Jebenhausen beschlossen wurde. Diese Feuerwehr Ordnung trat ab 1. Februar 1881 in Kraft und damit war die Gründung der Jebenhäuser Feuerwehr vollzogen. Darin heißt es wörtlich: "Nach dem Beschluß der bürgerlichen Collegen vom 21. Dezember 1880 wurde in hiesiger Gemeinde eine Pflicht-Feuerwehr errichtet. Dieselbe hat den Zweck, im Falle eines Brandes im Ort oder in der Umgebung das Leben und Eigentum der Bewohner zu schützen, sowie auch bei einem Brand in benachbarten Waldungen Hilfe zu leisten."

Nach den damaligen Bestimmungen war jeder Ortseinwohner vom 18. bis 60. Lebensjahr zum Eintritt in die Feuerwehr verrpflichtet, solange nicht die erforderliche Mannschaftszahl an freiwilligen Personen rekrutiert werden konnte. Jeder Feuerrwehrmann mußte 5 Jahre Dienst leisten und konnte danach nur austreten, wenn sich genügend neue Bürger gemeldet hatten.

Diese "Pflicht-Feuerwehr" war in 5 Züge eingeteilt. Der 1. Zug bestand aus 22 "Steigern" und "Rettern", 12 "Schlauchlegern" und einer "Leitermannschaft" mit 14 Mitgliedern. Der 2. Zug war die sog. "Spritzenmannschaft" (21 Mann). Der 3. Zug war ein Ersatz für den 2. Zug, nannte sich "Ablösungsmannschaft zur Spritze" und bestand ebenfalls aus 21 Mann. Der 4. Zug waren die "Wasserträger und Schöpfer" (40 Mann) und schließlich gab es noch die 22 Mann starke "Flüchtungs- und Wachmannschaft". Die Gesamtstärke der Wehr betrug also in dieser Zeit 159 Mann, wobei noch Feuerboten, Sturmläufer, Laternenträger, Bachschweller und Wasserführer hinzukamen. Erst im Jahre 1908/09 wurde die "Pflicht-Feuerwehr" durch eine freiwillige Feuerwehr abgelöst. Für diejenigen Bürger, die keinen Dienst leisteten, wurde die sog. "Feuerwehr-Abgabe" eingeführt. Am 1. April 1909 kam die Gemeinde Jebenhausen in den Besitz einer Hochdruckwasserleitung mit 52 Hydranten. Anstelle der "Wasserträger und Schöpfer" trat jetzt die sog. "Hydranten- mannschaft". 1909 betrug die Mannschaftsstärke 127 Mann.


Die Ausrüstung und Organisation der Feuerwehr änderte sich erst im Jahre 1939, als die Jebenhäuser im Zuge der Moderniisierung die erste Kleinmotorspritze erhielten. Auch die Ausbilldung der Feuerwehrmänner änderte sich im 3. Reich. Bisher waren sie Spezialisten an einzelnen Geräten, jetzt tritt der "Einheitsfeuerwehrmann" , der jede Tätigkeit beherrschen muß, an ihre Stelle. Es gibt jetzt keine Steiger, Retter oder Leiterrmannschaft mehr, sondern der Zug ist in mehrere Gruppen aufgeteilt, die alle dieselbe Ausbildung erhalten. Diese Struktur gibt es bis heute noch.

Seit der Eingemeindung im Jahre 1939 ist die Jebenhäuser Feuerwehr der Göppinger Wehr angegliedert und nennt sich "Zug 5 der Freiwilligen Feuerwehr Göppingen".

Im Jahre 1976 wurde der Fanfarenzug der Jebenhäuser Feuerwehr gegründet. Er hat eine Stärke von 30 Spielleuten, darunter 11 weibliche Mitglieder, und hat sich bisher durch zahlreiche Auftritte einen guten Namen gemacht. Höhepunkt war bisher ein Ausflug nach Wien, bei dem sich der Fanfarenzug mit dem Göppinger Spielmannszug hervorragend ergänzte.

Zünftige Geburtstagsfeier (NWZ Ausgabe Göppingen 1.6.1981)

Festabend mit prominenten Gästen / Dank und Respekt


Die Feuerwehr lud ein und viele, viele kamen. Der Anlaß: Eine zünftige Geburtstagsfeier. Das zu feiernde Alter: 100 Jahre. Der Jubilar: Die Feuerwehr in Jebenhausen. Festabend, Frühschoppenkonzert und Festzug gehörten gleichermaßen zur Feier wie Fahrzeugschau, Kinderrundfahrten und Vergnügungspark: Ein Fest, so ganz nach dem Herzen der meisten Jebenhäuser Bürger, die sich mit ihrer Feuerwehr verbunden fühlen und durch den regen Festbesuch gewissermaßen ein gern entgegen genommenes Gratulationsgeschenk darreichten. Selbst Petrus war wohIgesonnen und bescherte bestes Festwetter: Sonne, Wärme und in der Folge viel Durst in vielen Kehlen, den die gastgebende Feuerwehr zu löschen wusste.


Der Festabend am Samstag im FestzeIt am Waldecksee! Promiinente Gäste waren gekommen, um Glück zu wünschen: Innenminister , Prof. Roman Herzog, MdB Dr. Manfred Wörner, MdL Frieder Birrzele und Oberbürgermeister Hans Haller. Zwar litten Reden und Darbietungen ein wenig unter der Bierrzelt atmosphäre, doch tat dies der Stimmung keinen Abbruch. Nach der Begrüßung durch den Abteilungskommandanten Andreas Maier gratulierte Göppingen Stadtoberhaupt dem "Hundertjähhrigen". Die Glückwünsche verband OB Hans Haller mit dem Dank an alle Feuerwehrmänner für ihren treuen Dienst. Der Dank gelte auch den Frauen der Feuerwehrleute. Sie nämlich würden die nächtliichen Störungen mittragen, die oft aufwachenden Kinder beruhigen. Oft sei nach dem Einsatz ihre helfende Hand vonnöten.


In all den Jahrzehnten hätten sich in Jebenhausen immer Männer gefunden, die bei der Feuerwehr ihre Pflicht taten. Hans Haller versprach, daß der Gemeinderat und die Stadtverwaltung ihr Möglichstes tun werden, um den Ausrüstungs- und Ausbildungsstand des Feuerwehrzugs auf der Höhe der Zeit zu halten.


Innenminister Prof. Roman Herzog machte es kurz, aber nicht minder herzlich. Der Feuerwehr und insbesondere der . Feuerwehr Jebenhauusen gebühre Dank und Respekt. Bei ihnen sei Zusammenarbeit, Kameeradschaft und Solidarität zu finden. Gern entgegengenommen wurde, was Göppingens Feuerwehrkommandant und Kreisverbandsvorsittzender Albrecht Binder mitbrachte:


Außer den besten Glückwünschen einen Kupferstich (Badhaus in Jebenhausen) ·als Geschenk der Göpppinger Kameraden und das Feuerrwehrehrenkreuz in Silber für den Abteilungskommandanten Andreas Maier. In diesem Zusammenhang erhielt die gleiche Auszeichnung Oberbrandmeister Gottfried Hampel aus Maitis. In den Gratulationsschor reihten sich auch Kreisbrandmeister Joachim Luther, der Vertreter der Gebäudebrandversicherung, Regierungsbaudirektor Renftle-Bauer und die österreichi-

schen Gäste aus Klosterneuburg, Langenzersdorf, Bisamberg und Kornenburg ein.

Festbesucher wollen unterhalten sein, und auch dafür war bestens gesorgt. Zu sehen und zu hören waren die Musikkapelle Hohenstaufen, der Spielmannszug der Feuerwehr Göppingen, die Sängerabteilung des TV Jebenhausen, der Posaunenchor des CVJM Jebenhauusen, die Feuerwehrsportgruppe 'aus Eybach, eine Kunstturngruppe des TV Uhingen und - am meisten beklatscht -' die Saugschlauchbläser der Feuerwehr Geislingen. Durch den Abend führte Georg Dümmel. Zweiter Höhepunkt der "Geburtsstagsfeier" war Sonntagnachmittag der Festzug, an dem nicht nur Abbordnungen der meisten Feuerwehren des Kreises Göppingen, sondern auch viele Spielmannszüge, Blaskapellen und sogar eine Abordnung der Berufsfeuerwehr Stuttgart teilnahmen. gg




Der Zug hat im Jubiläumsjahr 1981 eine Stärke von 31 Mann und Wird von Zugführer Maier geführt.




1991 wurde nach umfangreichen Umbaumaßnahmen das neue Mehrzweckgebäude in der Boller Straße eingeweiht, in dem der Feuerwehr Geräte-, Umkleide- und Schulungsräume zur Verfügung stehen.

2001 feiert der Fanfarenzug in einem gelungen Fest auf dem Betriebsgelände der OVG Göppingen sein 25 jähriges Jubiläum.

2009 erhält der die Feuerwehr ihr erstes Fabrik neues Fahrzeug. Einen MTW Mercedes Sprinter.

Löschzug, Fanfarenzug und Altersabteilung bei der Fahrzeugübergabe MTW "Florian Göppingen 5/19".


Bisherige Komandanten
Eugen Jaus 1909 – 1912
Ernst Schwarz 1912 – 1914
Jacob Pfäffle 1914 – 1924
Christian Dannenmann 1924 – 1934
Christain Joos 1934 – 1952

Bisherige Zugführer
Emil Ziegler 1952 – 1974
Andreas Maier 1975 – 2003
Joachim Wichor ab 2003